Der Exotismus unserer Nährwerte.

Wer sich bewusst ernähren möchte, der hat es nicht leicht. Die industrielle Nahrung nimmt einen Großteil der Supermarkt-Regale ein. Ihre Inhaltsstoffe sind schwer zu identifizieren und welche Antibiotika das Tier, dessen Teile da in Plastik in der Kühltheke liegen, zu sich nehmen musste, kann man…

Powerfood ist kein Empowerment.

Eine alte Schulfreundin von mir (die Art von Freundin, die man selten sieht, aber mit der man rege in Messenger-Kontakt steht), hat mir in den letzten Wochen Rezepte für Energy-Balls und selbst gemachte Riegel geschickt. Ihre riesige Bibliothek an veganen Rezeptbüchern und ihre Schatzkiste an…

Digitale Coolness. Der Charme der GIFs.

Coolness ist ein schwieriges Wort. Coolness versucht eine Grenze zu ziehen, zwischen den Wissenden und den Unwissenden, zwischen jenen, die dabei sind und denen, die eben nicht dabei sind. Nachdem durch den Hipster und die Debatte um ihn der letzte coole Rest der Coolness endgültig…

Atonal: Line-Up + Mix von CoH

Muss man das Atonal noch ankündigen? Das Festival, das seit 2013 wieder neu-aufgelegt im Kraftwerk stattfindet, gehört definitiv zu den audio-visuellen Highlights des Sommers, wenn nicht sogar des Jahres. Nach nur zwei Editionen in der neuen Location ist das Atonal schon ein Event, das man…

Festivalsommer: Dekmantel 2015

Während die einen noch auf der Fusion schallern, schielen die anderen schon Richtung Dekmantel. Was die beiden Veranstaltungen verbindet? Dass beide Festivals sind und das dort elektronische Musik gespielt wird macht noch keine Klammer. Über den Opener für diesen Text hinaus als nicht viel zu…

Deutschland: Keine Isla Bonita.

Endlich verstehe ich die Tante, die einen Feinkostladen in ihrem Keller eröffnete, dafür sogar ihr Haus umbauen ließ. Ich verstehe, warum sie sich die 90er hindurch durch einen Volkshochschulkurs für Italienisch gepaukt hat. Ich verstehe warum Goethe weg musste, um sich inspirieren zu lassen, weit…

Leerer Hedonismus: GHB als Metapher.

Würde jemand nach dem Sinn unseres derzeitigen Lebens fragen, danach, wo der Wind hinweht, so riecht es nicht mehr nach Generation Spaß, oder kollektivem Eskapismus, es geht auch nicht mehr primär um Repräsentation von Status oder um Exklusivität – diese Tendenzen haben sich alle bereits verfestigt. Etwas…

GOODIE: Brooklyn Soap Company

Kommt nicht oft vor, dass ich mich dazu hinreißen lasse, einen Produkttest zu schreiben. Beim Angebot die Beard Bag von Brooklyn Soap Company zu testen, juckten mir die Schnurrhaare aber vor Neugierde. Und bei einem Haushalt mit zwei Bärten gab es gleich zwei kritische Meinungen,…

Alltagsästhetik: Das virtuelle Casino

Casinos sind nicht nur Orte, an denen man dem Glücksspiel frönt. Sie sind wie ein Biotop mit Gravitation, sie haben eine Aura, sie umweht eine ganze Ästhetik. Eine Ästhetik, die mit einem Versprechen einhergeht, das so unwirklich scheint, aber trotzdem im Raum hängt wie ein…

Review: Scuba – Claustrophobia

Keine Angst ist vielleicht eine gute Einleitung, um ein Album zu besprechen, das Claustrophobia heißt. Keine Angst hat Scuba vor einer ganzen Love Parade aus Stilen, die hier zusammenkommen. „All I think About Is Death“ klingt wie ein laszives House-Hymnchen kurz vor dem Orgasmus, wird…

OSCILLATE @://about blank

Samstag, 14.03.2015, 23.59 Uhr – das sind die Eckdaten, die du dir merken willst, wenn du dieses Wochenende Lust auf handverlesenes Booking und eine Party mit viel oszillierendem Herzblut hast. Das Oscillate-Team hat nicht nur handgemachte Flyer in Umlauf gebracht (Sehnenscheidenentzündungsgefahr inklusive), sondern für die zweite…

Wieder/endlich/mehr Lyrik.

Gegenwartslyrik hatte für mich immer etwas… irgendwie Halbgares, Unverständliches und Nöliges und, klar, Prätentiöses an sich. Wenn ich auf Lesungen war, dann mit den anderen Klassenbesten aus der ganzen BRD, die sich auf sich und ihr Können einen runterholten, Leute in meinem Bekanntenkreis gründeten Lyrikkollektive…

Alltagsästhetik: virtuelles Einkaufen

“We are S-H-O-P-P-I-N-G, we’re shopping” heißt es in einem Song der Pet Shop Boys aus den späten 80ern. “It’s a sin” will man dransetzen, aber das klingt gleich wieder nach Marketingsprech. In den letzten 30 Jahren hat sich die Tätigkeit, die man auch auf Deutsch…

Die queere Gretchenfrage

“Und, wie hälst Du’s mit der Religion?” ist die Frage, die ganz basal-banal, gestellt gehört, bevor man sich auf das schwierige Gebiet zweier Ängste wagt, die gerade gegeneinander ausgespielt werden. Die Angst vor einer Islamisierung des Abendlandes geht mit einer ganz perfiden Angst eine Koalition ein,…