Category: Essay

Spasmus der Gewalt.

Ich sitze mit Freund_innen in einer Bar, weil ich die Körper anderer Menschen, auch wenn ich sie gut kenne, nicht gendern will. Wir diskutieren über ein Bier alles, was uns in den Weg kommt. Diese Zeilen würden in einem Tagebuch und nicht auf einem Blog…

Sind Blogs tot?

Liest jemand heute überhaupt noch Blogs? Rhetorische Frage, denn wer diese Zeilen liest, ist schon auf einem Blog gelandet. Gut so. Denn unser Konsumverhalten von Online-Medien hat sich entlang der Entwicklung sozialer Medien verändert. Seit Facebook nicht mehr demokratisch und chronologisch die letzten Posts anzeigt, sondern…

Wiedergänger aus dem Telefonbuch

So aus astrologischer heißt es der Vollmond sei eher eine Zeit der Einkehr und Besinnung. Weil der Mond voll ist, sind auch die Emotionen voll. Kein Platz für Neues. Ziemlich volle Bude, im Kopf und im Herzen. Die einen schlafen schlecht, die anderen haben das…

Queere Poesie. Der Aufstand der Zeichen.

  Mittlerweile ist queere Kulturproduktion, zumindest in Großstädten, definitiv in Berlin, ihre eigene Art von Pop geworden. Queer verkommt dann zu nicht mehr als einem Marketinglabel. Ausgestellt für Kulturproduktion, die irgendwie halt nicht heteronormativ ist. Auch wenn kulturelle Produktion entlohnt werden muss, weil sie Arbeit…

Die letzten fünf Minuten

Jemand hat mich gefragt, was ich in den letzten fünf Minuten meines Lebens machen würde. Meine spontane Antwort, mit einem Rotwein in der Hand, war: Drogen und Sex. Mein zweiter Gedanke war: meditieren. Aber will ich wirklich in meinen eigenen Tod hinein meditieren? Will ich…

Powerfood ist kein Empowerment.

Eine alte Schulfreundin von mir (die Art von Freundin, die man selten sieht, aber mit der man rege in Messenger-Kontakt steht), hat mir in den letzten Wochen Rezepte für Energy-Balls und selbst gemachte Riegel geschickt. Ihre riesige Bibliothek an veganen Rezeptbüchern und ihre Schatzkiste an…

Deutschland: Keine Isla Bonita.

Endlich verstehe ich die Tante, die einen Feinkostladen in ihrem Keller eröffnete, dafür sogar ihr Haus umbauen ließ. Ich verstehe, warum sie sich die 90er hindurch durch einen Volkshochschulkurs für Italienisch gepaukt hat. Ich verstehe warum Goethe weg musste, um sich inspirieren zu lassen, weit…

Demut als Waffe: Notizen zu Susan Sontag.

Warum kommt es mir vermessen vor zu sagen, dass Susan Sontag mein Vorbild ist? Die Frau, die die Hälfte des 20. Jahrhunderts schreibend und denkend verbrachte und deren Texte mich schon seit meinen ersten intellektuellen Gehversuchen prägen, ist keine Inspiration für mich und auch kein…