Category: Essay

Spasmus der Gewalt.

Ich sitze mit Freund_innen in einer Bar, weil ich die Körper anderer Menschen, auch wenn ich sie gut kenne, nicht gendern will. Wir diskutieren über ein Bier alles, was uns in den Weg kommt. Diese Zeilen würden in einem Tagebuch und nicht auf einem Blog…

Sind Blogs tot?

Liest jemand heute überhaupt noch Blogs? Rhetorische Frage, denn wer diese Zeilen liest, ist schon auf einem Blog gelandet. Gut so. Denn unser Konsumverhalten von Online-Medien hat sich entlang der Entwicklung sozialer Medien verändert. Seit Facebook nicht mehr demokratisch und chronologisch die letzten Posts anzeigt, sondern…

Wiedergänger aus dem Telefonbuch

So aus astrologischer heißt es der Vollmond sei eher eine Zeit der Einkehr und Besinnung. Weil der Mond voll ist, sind auch die Emotionen voll. Kein Platz für Neues. Ziemlich volle Bude, im Kopf und im Herzen. Die einen schlafen schlecht, die anderen haben das…

Queere Poesie. Der Aufstand der Zeichen.

  Mittlerweile ist queere Kulturproduktion, zumindest in Großstädten, definitiv in Berlin, ihre eigene Art von Pop geworden. Queer verkommt dann zu nicht mehr als einem Marketinglabel. Ausgestellt für Kulturproduktion, die irgendwie halt nicht heteronormativ ist. Auch wenn kulturelle Produktion entlohnt werden muss, weil sie Arbeit…

Powerfood ist kein Empowerment.

Eine alte Schulfreundin von mir (die Art von Freundin, die man selten sieht, aber mit der man rege in Messenger-Kontakt steht), hat mir in den letzten Wochen Rezepte für Energy-Balls und selbst gemachte Riegel geschickt. Ihre riesige Bibliothek an veganen Rezeptbüchern und ihre Schatzkiste an…

Deutschland: Keine Isla Bonita.

Endlich verstehe ich die Tante, die einen Feinkostladen in ihrem Keller eröffnete, dafür sogar ihr Haus umbauen ließ. Ich verstehe, warum sie sich die 90er hindurch durch einen Volkshochschulkurs für Italienisch gepaukt hat. Ich verstehe warum Goethe weg musste, um sich inspirieren zu lassen, weit…

Demut als Waffe: Notizen zu Susan Sontag.

Warum kommt es mir vermessen vor zu sagen, dass Susan Sontag mein Vorbild ist? Die Frau, die die Hälfte des 20. Jahrhunderts schreibend und denkend verbrachte und deren Texte mich schon seit meinen ersten intellektuellen Gehversuchen prägen, ist keine Inspiration für mich und auch kein…

Die neuen Widersprüche

Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage wird klar, dass die Zeiten, in denen man sich politische Indifferenz leisten konnte, eindeutig zu Ende gekommen sind. Konflikte brechen auf, werden ausgetragen und fordern uns dazu auf, unseren Kopf wieder anzuschalten. Die Gefahren, denen wir ausgeliefert sind, sind seit Beginn…

Der Glitch in der Platte.

Auch wenn ich immer wieder in großen Medien Interviews mit Intellektuellen lese, die mir erzählen wollen, dass der Kapitalismus sich gerade zu einer besseren Gesellschaft transformiert, in meinem Alltag aber trotzdem Geld gegen alles und zu viel eintauschbar ist, oder mir jemand an den Kopf…

Freitag halb elf in Deutschland

Schriebe man über andere kulturelle Institutionen so wie über die (Berliner) Clubkultur, käme vielleicht sowas bei rum. Parodierendes Korrektiv statt Zeigefinger oder der Vorwurf, nicht authentisch zu sein: [ezcol_1fifth]O[/ezcol_1fifth] [ezcol_3fifth] Noch eine Mate auf dem Weg? Nee, lieber nicht, am Ende muss ich während der…

Kleine Philosophie der Klammer

Es gibt Abschnitte im Leben, und es gibt Klammern. Gefährten können in einen Lebensabschnitt fallen, man kann Phasen entlang von außen bestimmten Faktoren festmachen (die Schulzeit, die Ausbildung, ein Kleidungsstil, Musikgeschmack), aber Klammern verhalten sich anders als der Rest der Zeit. Sie sind die Ausnahme…

Der Wert der Arbeit

Der Wert meiner Arbeit Als Berufsanfänger ist es schwer den Wert der eigenen Arbeit zu beziffern. Jetzt gibt es mit dem Mindestlohn in Aussicht zumindest einen groben Richtwert an dem man sich orientieren kann, aber was, wenn ich plötzlich für 6,25€ arbeite? Oder für 2,50€?[ezcol_1fifth]x[ezcol_1fifth]…

Schlussmachen nach Maß

Das soll jetzt nicht zynisch klingen, aber: Schluss machen nach Maß, das geht. Das ist sogar notwendig, würde ich behaupten. Zu einer Beziehung gehören in der Regel immer zwei Menschen, bei der Trennung kann es allerdings einseitiger zugehen. Manchmal will nur einer einen Schlussstrich ziehen,…

Des Spießers neue Muster: Fußball als Spektakel

[ezcol_2third] Wenn man so durch Kreuzberg/-kölln läuft, eigentlich schon unterschichtsbefreite Zone, dann sitzen die ganzen Menschen in den schönen Cafés, die es zur letzten EM wahrscheinlich noch gar nicht gab, und schauen auf Flachbildschirmen Fußball, während ein paar Meter weiter das gleiche im Shisha-Café passiert,…