Autor: wolfauftausendplateaus

Eine Ballade für Außenseiter

Moonlight erzählt in einem wunderschönen Ton die Geschichte von Chiron. Die Erzählung erstreckt sich, wie ein fragmentierter Bildungsroman, über drei Lebensabschnitte hinweg. Kindheit – Cut – Jugendlicher – Cut – junger Erwachsener. Intensive Bilder wechseln sich mit intelligenten Dialogen so ab, dass weder die Bildsprache…

Sind Blogs tot?

Liest jemand heute überhaupt noch Blogs? Rhetorische Frage, denn wer diese Zeilen liest, ist schon auf einem Blog gelandet. Gut so. Denn unser Konsumverhalten von Online-Medien hat sich entlang der Entwicklung sozialer Medien verändert. Seit Facebook nicht mehr demokratisch und chronologisch die letzten Posts anzeigt, sondern…

Wiedergänger aus dem Telefonbuch

So aus astrologischer heißt es der Vollmond sei eher eine Zeit der Einkehr und Besinnung. Weil der Mond voll ist, sind auch die Emotionen voll. Kein Platz für Neues. Ziemlich volle Bude, im Kopf und im Herzen. Die einen schlafen schlecht, die anderen haben das…

Und alle so: igitt, Männerfüße.

Ist die globale Erwärmung vielleicht eine Erfindung von Birkenstock? Oder eine Marketingmaßnahme von Teva? Jedenfalls hat sich in den Jahren, in denen jeder Monat der durchschnittlich wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war, ein Trend abgezeichnet. Männer „dürfen“ jetzt, ohne von der Stilpolizei angemacht zu werden,…

Weihnachtsansprüche

Wären die U-Bahnen nicht leerer, der Netto nicht zur Stoßzeit stoßfrei und die Tage nicht ein kleines bisschen länger: dass schon Weihnachten ist, wäre mir gar nicht aufgefallen. Das Wetter säuselt Frühling und die Marienkäfer schlüpfen aus den Altbaufenstern. Angeblich kann man sogar das Gras…

Poly Questions.

They say you can make someone fall in love with anybody asking them 36 questions and looking into their eyes for 4 minutes. This was conduced in an experiment, which I couldn’t read, because the PDF wouldn’t load. All I have to offer is a…

Queere Poesie. Der Aufstand der Zeichen.

  Mittlerweile ist queere Kulturproduktion, zumindest in Großstädten, definitiv in Berlin, ihre eigene Art von Pop geworden. Queer verkommt dann zu nicht mehr als einem Marketinglabel. Ausgestellt für Kulturproduktion, die irgendwie halt nicht heteronormativ ist. Auch wenn kulturelle Produktion entlohnt werden muss, weil sie Arbeit…

Der Exotismus unserer Nährwerte.

Wer sich bewusst ernähren möchte, der hat es nicht leicht. Die industrielle Nahrung nimmt einen Großteil der Supermarkt-Regale ein. Ihre Inhaltsstoffe sind schwer zu identifizieren und welche Antibiotika das Tier, dessen Teile da in Plastik in der Kühltheke liegen, zu sich nehmen musste, kann man…

Powerfood ist kein Empowerment.

Eine alte Schulfreundin von mir (die Art von Freundin, die man selten sieht, aber mit der man rege in Messenger-Kontakt steht), hat mir in den letzten Wochen Rezepte für Energy-Balls und selbst gemachte Riegel geschickt. Ihre riesige Bibliothek an veganen Rezeptbüchern und ihre Schatzkiste an…

Digitale Coolness. Der Charme der GIFs.

Coolness ist ein schwieriges Wort. Coolness versucht eine Grenze zu ziehen, zwischen den Wissenden und den Unwissenden, zwischen jenen, die dabei sind und denen, die eben nicht dabei sind. Nachdem durch den Hipster und die Debatte um ihn der letzte coole Rest der Coolness endgültig…

Deutschland: Keine Isla Bonita.

Endlich verstehe ich die Tante, die einen Feinkostladen in ihrem Keller eröffnete, dafür sogar ihr Haus umbauen ließ. Ich verstehe, warum sie sich die 90er hindurch durch einen Volkshochschulkurs für Italienisch gepaukt hat. Ich verstehe warum Goethe weg musste, um sich inspirieren zu lassen, weit…

Leerer Hedonismus: GHB als Metapher.

Würde jemand nach dem Sinn unseres derzeitigen Lebens fragen, danach, wo der Wind hinweht, so riecht es nicht mehr nach Generation Spaß, oder kollektivem Eskapismus, es geht auch nicht mehr primär um Repräsentation von Status oder um Exklusivität – diese Tendenzen haben sich alle bereits verfestigt. Etwas…

Alltagsästhetik: Das virtuelle Casino

Casinos sind nicht nur Orte, an denen man dem Glücksspiel frönt. Sie sind wie ein Biotop mit Gravitation, sie haben eine Aura, sie umweht eine ganze Ästhetik. Eine Ästhetik, die mit einem Versprechen einhergeht, das so unwirklich scheint, aber trotzdem im Raum hängt wie ein…

Review: Scuba – Claustrophobia

Keine Angst ist vielleicht eine gute Einleitung, um ein Album zu besprechen, das Claustrophobia heißt. Keine Angst hat Scuba vor einer ganzen Love Parade aus Stilen, die hier zusammenkommen. „All I think About Is Death“ klingt wie ein laszives House-Hymnchen kurz vor dem Orgasmus, wird…