Alter, Kokosöl mein Arsch!

Letztens meinte eine Freundin zu mir: “Alter, Kokosöl ist der Shit, das kannst du dir überall hinschmieren!” – und weil ich auf meine Freunde höre, habe ich das natürlich getestet. Meine kokosenthusiastische Freundin hatte auch schon das erste Anwendungsbeispiel parat: frisch gestochen Tattoos kann man damit super beim Abheilen unterstützen. Das stand leider im Gegensatz zum Rat meiner Tätowierin, die mir von Panthenol abriet, weil das zu fettig sei. Ich blick ehrlich gesagt nicht durch und hab deswegen einfach immer genommen, was gerade da war. Alles gut verheilt, falls jemand fragt. Und ein frisches Tattoo ist doch gleich noch hotter, wenn es nach Kokos riecht.

Hot, gutes Stichwort. Kokosöl ist ja sehr, sehr hoch erhitzbar. Ob das jetzt gut ist, ob man überhaupt mit anderen Ölen, wie z.B. Olivenöl, braten darf, daran scheiden sich auch die Geister und jede Recherche treibt in die Essstörung. Kokosöl ist aber, so das Internet, durchaus für die “Zubereitung schmackhafter asiatischer Speisen” geeignet. Na dann. Lecker. So schmeckt’s dann auch wie beim Chinesen. Tatsächlich muss man sich an den Geschmack von Kokosöl gewöhnen, denn: es hat schon einen argen Eigengeschmack. Zumindest das kaltgepresste Bio-Kokosöl für 10€ im Glas. Logisch – wer kauft denn auch was anderes? Siehste.

Tut sich die nächste Debatte auf: warum eigentlich Kokosöl? Leider kann man es nicht durch gute deutsche Produkte ersetzen. Palmen wachsen nur in bundesdeutschen Spas und Badezimmern und werfen leider keine Früchte ab. Ist Kokosöl jetzt einfach nur wieder so ein Superfood, das in ein paar Monaten keiner mehr kauft (isst noch jemand Goji-Beeren?) oder steckt in dem geligen Öl wirklich richtig viel healing power (sic). Eine oberflächliche Internetrecherche hat ergeben, dass das Öl zwar auf Seiten, die SEO-optimierte Texte als Sprungbrett für den Verkauf von Öl aus Kokosnüssen nutzen, z.B. als Heilmittel gegen Akne angepriesen wird. Ein Thread aus einem Beauty-Forum aus dem Jahr 2011 hat aber gute Argumente dagegen geliefert. Abschließend ist von einer Behandlung der Gesichtshaut mit Kokosfett abzuraten – auch das Zeug aus dem Bioladen kann dir die Poren verstopfen. Den Selbstversuch hab’ ich hier gelassen, aber ein anderes Anwednungsbeispiel gefunden. Kokosöl kann zusammen mit Teebaumöl eine gute Haarkur ergeben, die gegen Schuppen hilft. Selbst getestet. Rezept ist idiotensicher: einfach ein bisschen Öl mit Teebaumöl mischen in den Haaransatz geben. 20 Minuten einwirken lassen.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel hab ich auch noch, das ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Kokosöl im Analbereich. Das Zeug hat hier gleich mehrere Vorteile. Ehrlich gesagt: hier entfaltet das Öl seine volle Wirkung. Als rein kosmetische Anwendung fettet es die empfindliche Haut und macht strapazierte Bereiche wieder weicher. Beugt bestimmt auch Hämorriden vor, kann ich aber gerade nicht beweisen. Wer aus guten Gründen keine Kondome benutzen will, der kann auch Kokosöl als Gleitmittel benutzen. Garantiert ohne brennen, keine Allergien, schmiert lange, macht nur evtl. Flecken auf den Laken – aber das tut Silikongleitgel auch. Auch eine gute Idee: Kokosöl als Anreiz fürs Rimmen. Falls jemand dafür überhaupt einen Anreiz braucht. Eine Anleitung spare ich mir. Wie immer sei aber gesagt: man braucht nicht viel. Das Öl verteilt sich in flüssigen Zustand sehr gut. Soll noch mal einer sagen, Rimming schmecke nicht wie Urlaub…

Sollt ihr euch jetzt Kokosöl kaufen? Keine Ahnung, aber meine Kopfhaut, mein neues Tattoo und mein Arsch riechen großartig. Und schmecken tut’s auch. Oder um es mit den Worten meiner Freundin zu sagen: “Alter, Kokosöl ist der Shit, das kannst du dir überall hinschmieren!”

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