Festivalsommer: Dekmantel 2015

Während die einen noch auf der Fusion schallern, schielen die anderen schon Richtung Dekmantel. Was die beiden Veranstaltungen verbindet? Dass beide Festivals sind und das dort elektronische Musik gespielt wird macht noch keine Klammer. Über den Opener für diesen Text hinaus als nicht viel zu holen, an dieser Baustelle.

Weder muss man für Tickets eine Lotterie durchstehen, noch wird halb Berlin nicht in der Stadt sein, wenn ab dem 31.07. in Amsterdam ein 3-Tages-Festival steigt, dass sich dieses Jahr in Sachen Booking definitiv nichts vorzuwerfen hat. Rrose ist genauso mit einem Set vertreten wie DVS1 oder Labelchef Lucy mit seinem Zeitgeberprojekt. Steffi und Virginia geben sich mal wieder die Ehre. Helena Hauff, Rødhad und die Kraviz, dass Ben Klock und Marcel Dettmann spielen – naja, wenn schon denn schon. Ein haufen toller DJs und Produzenten in gemütlicher Runde.

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Den Timetable sollte nur ausrollen, wer schon ein Ticket hat, denn so kurz vor dem Fest sind auch die Tagestickets alle restlos ausverkauft. Wer reinschaut sieht aber: bei all dem Namedropping kann man keine ewig langen Sets erwarten, dafür aber gefahrlos von Bühne zu Bühne laufen, denn verpassen tut man ohnehin immer irgendwas. Gekrönt wird diese saftige Zusammenstellung musikalischer Vorfreude von einer Location, die genauso saftig grün ist: im Amsterdamer Landschaftspark Amsterdamse Bos. Extase in Naturverbundenheit, wenn das nicht mal nach Hippies klingt. Doch das Line-Up, das belehrt eines besseren.

Dekmantel selbst macht sich auch als Label verdingt, aber es ist vor allem das Festival und sein erstklassiges Booking, das dieses kleine Event zu einem Highlight des europäischen Festival-Sommers macht. In nur drei Jahren und mit knapp 10.000 Besuchern kein großer Player, aber dafür eine Anlaufstelle im Grünen für erholungsbedürftige Musik-Enthusiasten. Mit dem tagesryhthmusfreundlichen Tagesprogramm dennoch ein straffer Marsch, aber wer nicht genug hat, kann im Nachtprogramm weiterfeiern. Dass Amsterdam eine Techno-Stadt ist, keine Frage, aber den Beweis dafür tritt auch dieses sensible Portrait übe r den Veteranen Steve Rachmad an:

Einen Rückblick auf das kleine Festival gibt es Mitte August. Bis dahin, hier ein Podcast von Ø (Phase), der den frühen Samstag Nachmittag im Landschaftspark abdunkeln darf:

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