GOODIE: Brooklyn Soap Company

Kommt nicht oft vor, dass ich mich dazu hinreißen lasse, einen Produkttest zu schreiben. Beim Angebot die Beard Bag von Brooklyn Soap Company zu testen, juckten mir die Schnurrhaare aber vor Neugierde. Und bei einem Haushalt mit zwei Bärten gab es gleich zwei kritische Meinungen, die sich ans Testen machten:

Die Philosophie: Turning Regular Dudes Into Dapper Gentlemen

Brooklyn Soap Company ist nicht die erste und nicht die einzige Unternehmung, die Bartöl anbietet. Mir ist auch noch kein Bartöl untergekommen, das nicht behauptet komplett biologisch zu sein. Was Brooklyn Soap Company aber von vielen anderen Anbietern unterscheidet, ist der Auftritt: zwar gibt’s hier auch Männlichkeitspostulate, wie oben zitiert, aber das ist noch sympathisch im Vergleich zu dem Potenzgeschrei, das sich andere Bartöl-Hersteller leisten. Die Produkttexte im Online-Shop sind intelligent, geben Hinweise für umweltfreundlichen Umgang mit den Ressourcen und geben genug Informationen, um durchdacht zu wirken.

Die Verpackung

Das hat man sich wohl bei Lush abgeschaut, aber alles wird hier von personalisierten Abfüllern gemacht, die sich auf den Flaschen verewigen. Kann man sympathisch finden, soll wohl auch Vertrauen schaffen, aber kann auch gewollt wirken. Grundsätzlich aber kein Manko. Die Beard Bag selbst kommt, so soll’s sein, in einer Baumwolltasche. Enthalten sind Beard Wash, Bartöl und ein Kamm fürs Gesichtshaar. Auf geht’s ins Bad.

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Das Produkt

Bisher habe ich meinen Bart entweder bei der Gesichtspflege mutgewaschen oder mit Kernseife behandelt. Beides hat zu einem relativ strohigen, weil fettlosen Ergebnis geführt. Beard Wash hat den Vorteil, dass es den Bart nicht ganz so fettlos-strohig zurücklässt und dazu auch noch gut riecht. Einmal abpumpen reicht bei einem normalen Bart locker und schäumt angenehm. Ohne künstliche Zusatzstoffe zahlt sich aus, denn der Bart dankt es mit einem angenehmen Hautgefühl. Auch bei empfindlicher Haut kein Problem, weil das Waschzeug für die Gesichtshaare frei von Parfümen ist, die die Gesichtshaut verstopfen. Riecht holzig, ohne dabei aufdringlich zu sein und passt gut zum Bartöl – aber das ist ja eigentlich selbstverständlich.

Bartöl, was soll denn das? Gute Frage, riecht halt gut, dachte ich am Anfang, und wie jeder weiß, hält sich der Geruch länger in den Haaren (weswegen man sich gerne auch Parfüm aufs Haupt sprühen darf). Allerdings hat Bartöl noch mehr Vorteile: viele Bartöle, so auch das von Brooklyn Soap Company, enthalten Leinöl. Leinöl tötet Pilze ab, die sich im Bart und Gesichtsbereich befinden und sorgt damit nicht nur dafür, dass die Haare sich weicher anfühlen und die Haut gepflegt wird, sondern pflegt auch, weil es die Pilzkulturen im Bart reguliert. Natürlich sind die Pilze im Bart nicht gefährlich, da die Haut grundsätzlich Pilze beheimatet und bei intaktem Immunsystem ist das auch nicht weiter schlimm. Allerdings können diese Hefepilze bei längeren Bärten unangenehm riechen (ein bisschen wie Erbrochenes, aber nur leicht). Das Leinöl tötet die Pilze und pflegt den Bart. Brooklyn Soap Company hat darüber hinaus noch Sesamöl und andere ätherische Öle, unter anderem von Zitrusfrüchten und Rosmarin reingepackt. Riecht garantiert nicht eklig, aber dafür richtig lecker ohne aufdringlich zu werden.

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Die Anwendung

Ziemlich easy: so gut wie jeden Tag unter der Dusche wird der Bart eingeschäumt. Die Massage für die eingeschäumte Zone regt die Durchblutung an und man markt, wie unpfleglich man diesen Bereich behandelt hat. Zu zottelig für die Gesichtspflege, aber jetzt mit eigenem Produkt bekommt die Region die richtige Aufmerksamkeit. Gründlich ausspülen, keine große Kunst.

Das mit dem Bartöl ist auch nicht so schwer, will aber vorsichtig dosiert sein. Mit einer Pipette entnimmt man das Öl und tropf sich, je nach Länge des Barts, eine entsprechende Menge in die Hand. Mir hilft es, wenn ich auf jeden Finger der ausgestreckten Hand einen Tropfen packe und das Öl dann so gleichmäßig in den Bart eimassiere. Mit dem Kamm nochmal durch, fertig.

Fazit

Bartöl ist vielleicht ein Trend, der erst vor kurzem eingesetzt hat, aber tatsächlich ist es ein nützlicher Neuzugang in meiner überschaubaren Palette von Pflegeprodukten. Nicht nur der Duft überzeugt, sondern auch das glänzendere Haar. Wer sich den Gesichtspelz einmal richtig gewaschen und geölt hat, der will darauf nicht mehr verzichten.

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