„Wanna Play?“ – Liebe in Zeiten von Grindr. Ein Kommentar.

Die Performance „Wanna Play?“, die am Sonntag den 05. Oktober endete, begann am 01. Oktober und war eigentlich auf 15 Tage ausgelegt. Mit Handzetteln, die überall im Umkreis des Heinrichsplatz klebten, wurde das Event breit angekündigt. Kuratiert vom Hebbel am Ufer, also durch eine renommierte Institution, sollte hier zusammen mit dem Künstler Dries Verhoeven eine öffentliche Intervention stattfinden, deren emphatische Einladung im Titel bereits klar gemacht wurde. „Wanna Play?“ leitet sich ab als Zitat aus einer generischen Konversation auf der Dating-App Grindr.

Grindr ist das erste soziale Netzwerke auf dem Markt gewesen, das mithilfe von Geo-Daten die Möglichkeit eröffnete per Smartphone andere Mitglieder der App-Community zu treffen. Grindr wurde als schwule Dating-App auf den Markt geworfen, die schnell zu einem globalen Phänomen wurde. Grindr ist damit das erste soziale Medium, dessen Zweck darin besteht vornehmlich sexuelle Kontakte anzubahnen. Damit wurde eine bereits bestehende sozio-kulturelle Praxis in einen virtuellen Raum übersetzt. Das Cruisen switchte. Mit schwulen Männern als die ersten User dieser App sind sie die bisher erfahrenste Gruppe im Umgang mit dieser Art von Medium, der Auswirkung der Nutzung auf das eigene sexuelle Verhalten und die eigene Psyche.
Wenn Dries Verhoeven sich nun also in einen Container sperrte und dort unter anderem via Grindr mit Menschen in Kontakt stand, sie zu sich in den Container einlud und die Konversationen an die Wand projiziert hatte, dann suchte er sich ein Medium, das gewissermaßen die Urzelle der geosozialen Medien ist, die mittlerweile auf dem Markt sind – tender to all gender und für verschiedene Zielgruppen.

Die Frage nach der Liebe in Zeiten von Grindr zu stellen, ist so mutig wie notwendig. Was ist Liebe im 21. Jahrhundert eigentlich? Bestimmt nicht mehr der Zuckerguss über die kapitalistische Notwendigkeit einer Ehe. Bestimmt nicht mehr die bürgerliche Konstruktion. Was Liebe bestimmt, das müssen wir durch kulturelle Praxen austarieren und -loten. Verhoevens Frage nach der Liebe in Zeiten von Grindr hat verschiedene Stufen:
Kann er, als Person, sich in Zeiten von Grindr noch verlieben?
Können sich schwule Männer in Zeiten von weit verbreiteten geosozialen Apps verlieben?
Können Menschen sich in Zeiten von sozialen Medien, wie Apps, verlieben?

So banal die Fragen sind, so böse sie sind sie letztlich. Es ist zu einfach zu sagen: „Natürlich kann man das! Blasphemie!“ Verhoeven selbst bestreitet das nicht. Trotzdem will er im Selbstversuch Grindr missbrauchen, will die Möglichkeit von sexuellen Kontakten ausschließen, weil er in einem öffentlich einsehbaren Glascontainer sitzt. Er will bewusst Momente der Intimität konstruieren, die nicht auf sexuellen Handlungen beruhen. Durch das kontra-intuitive Handling der App provoziert er seine Chat-Partner und fordert uns alle zum Umdenken auf.

Die Projektion der Chatverläufe, Profildaten und Fotos erfolgte auf großen LED-Bildschirmen. Dabei achtete das Projekt darauf, die Daten zu verfälschen. Die Effekte, die dafür angewendet wurden (Ausschnitte, Filter für die Bilder) haben allerdings leider nicht ausgereicht, um zu vermeiden, dass Menschen, die mit Verhoeven interagieren, erkannt werden können. Das ist ein Fakt, aber dennoch war die Chance, jemanden zu erkennen, so gering, dass eine fremde Person niemals dazu in der Lage gewesen wäre, eine andere Person zu erkennen. Es war Aufgabe der kursorischen Seite diese Prozesse zu kontrollieren und abzusichern, um zu vermeiden, dass das Projekt in die falsche Richtung kippt. Es ist kuratorisches – und nicht künstlerisches – Versagen, wenn diese Kontrolle nicht stattfand.
Jetzt passierte es, das Verhoeven im Laufe der Performance auf einen Mann traf, der trotz rhetorischer Anspielungen, mehrerer Hinweise im Chat und im Profil von Verhoeven, sich beim Anblick des Containers so verletzt fühlte, dass er in den Container stürmte und gegenüber dem Künstler handgreiflich wurde.
Trotz Entschuldigungen seitens der Organisatoren, des Künstlers, verschiedener Statements, ließ sich diese Person nicht nehmen, per Facebook einen Shitstorm loszutreten. Die Rhetorik, die diese Person als Opfer darstellt, ist naiv und kindisch, wenn nicht sogar gefährlich. Die Unfähigkeit das eigene Betroffensein durch die „Gegenseite“ anerkannt zu sehen und eine Übereinkunft zu treffen, ist für die schwule Community mehr als schädlich. Wegen persönlicher Befindlichkeiten sieht sich das ganze schwule Berlin gespalten in zwei Lager. Die Unfähigkeit dieser Community Argumente auf einer respektvollen Ebene auszutauschen zeigte sich am Sonntagabend im HAU2, wo eine Diskussion angesetzt war. Mit der Direktorin und damit kuratorischen Verantwortlichen, Martin Dannacker als „Experte für Chats“, einem Moderator und natürlich dem Künstler.
Die Theatralik der Diskussion wurde der Bühne gerecht.
Das angebliche Opfer bekam durch die stümperhafte Moderation so viel Redezeit, wie kaum einer der Diskutanten, während dem Künstler, der hier vorgeführt wurde, von der Institution, die das Projekt mit ihm betreute, vollkommen alleine gelassen, das Wort abgeschnitten wurde. Das „Opfer“ las eine Rede vor, die neben Befindlichkeiten, fadenscheinigen Rechtfertigungen und Weinerlichkeit wenig zu bieten hatte. Eine sachliche Auseinandersetzung fand nur ansatzweise statt. Dafür, dass sich so viel Menschen aus der queeren Community an eine Sonntagabend in einem Theatersaal versammelten, war dies der faschistischste Moment, den ich je in meinem jungen Leben sehen musste. Die Beitragenden, bis auf wenige, schwadronierten von ihren eigenen Zuständen, ihre Zugängen und gaben in pseudo-akademischen Vorträgen einen Einblick in die Tiefe ihres Unwissens. Die ausufernden Beiträge eines anderen Kurators, der zuvor Hannah Arendt online in einem Kommentar komplett und peinlich falsch zitierte, nahmen dem Publikum die Konzentrationsfähigkeit.

Verhoevens Installation war nicht wasserdicht, teilweise undurchdacht und hat unfreiwillig Menschen verletzen. Der Künstler war an keinem Punkt so arrogant, das nicht anzuerkennen – das Opfer wohl aber so arrogant, diese Entschuldigungen nicht anzunehmen. Stattdessen werden die „Kunst“, die schwule „Community“, die „Privatssphäre“ und viele andere Themen, die eigentlich fruchtbar diskutierten gehören, durch den boulevardesken Schlamm gezogen.

Die Kritik an seiner Praxis, die angeblich und tatsächlich zugleich, privaten Daten auf einen Bildschirm projizieren ließ, der auf einer belebten Kreuzung in Kreuzberg sichtbar war, ist gerechtfertigt. Ihn aber in moralische Geiselhaft zu nehmen, als hätte er diese Möglichkeit erst konstruiert, geht viel zu weit. Die technischen Möglichkeiten sind da, es ist möglich, wie in Ägypten und Uganda geschehen, Männer via Grindr regelrecht zu Orten und dadurch homophoben Attacken auszusetzen. Was Verhoeven uns zeigt, ist wie delikat und zerbrechlich die Illusion von Privatsphäre im Internet eigentlich ist. Wie bürgerlich kommen denn unsere Ideen von Persönlichkeitsrechten, wenn die Menschen, die im HAU den Künstler behandeln als wäre er ein Monster, auf Facebook die Rechte von Bildern an den Konzern abtreten, auf denen sie mit vergrößerten Pupillen nach offensichtlichem Drogenkonsum zu sehen sind? Wir müssen darüber nachdenken, wie wir mit bestimmten Medien umgehen, d.h. wie wir die Räume, die sie schaffen aber auch uns selbst im Umgang mit ihnen schützen: vor Überwachung, vor Missbrauch, vor negativen Einflüssen auf unseren emotionalen Haushalt, usw. Die Installation ist in ihrer Komplexität und ihrem Scheitern ein wichtiger Impulsgeber für viele Diskussionsstränge, aber Verhoeven ist in nur der Briefträger, nicht der Absender, der Nachricht.

Was bleibt also von dieser Installation? Was ist mit der Liebe in Zeiten von Grindr? Scheinbar ist die Frage, die Verhoeven stellte, so aufregend, so antreibend, so wichtig, dass eine ganze Schar junger Männer ausrastet, sich persönlich betroffen fühlt und das intelligente argumentieren vergisst. Verhoeven hat den Finger in einer Wunde gelegt und muss dafür bezahlen. Er ist kein Held, kein Märtyrer, aber er ist das Opfer seiner eigenen Fragestellung. Die angezettelte Revolution frisst ihr Kind. Es ist bedauerlich, dass diese Stadt und ihre Institutionen, die Menschen die in ihr Leben und die Menschen, die in ihr Kunst machen, so wenig zusammenkommen können. Es ist schade, dass persönliche Kränkungen bereits als Verletzung des Persönlichkeitsrechts gelten.

Kunst muss immer politisch sein, mit Gesellschaft interagieren, etwas bespiegeln und zurückwerfen. Sie ist kein gesetzter Raum, im Gegensatz zu Gesetzen nämlich, kann sie flexibel reagieren. Die Performance ist vielleicht zu früh zum Ende gekommen, sie war eindeutig falsch konzipiert, aber der Mann, der im Glashaus saß, hat nicht mit Steinen geworfen, auch nicht den ersten. Der Mann, der da im Glashaus saß, ist mehr als nur ein laufender Fehler, er ist ein Subjekt, das auch Künstler ist und schwuler Mann und Einwohner dieser Stadt und als das verdient er Respekt.

Liebe in Zeiten von Grindr? Man begegnet der Suche nach ihr mit so viel Hass, dass man weiter bohren will.

Comments (17)

  1. robertniedermeier

    Die Vehemenz mit der das Projekt attackiert worden ist, nährt sich aus einem Groll gegen kontroverse Kunst, die man sonst aus religiösen Fundi- oder neo-nazistischen Zirkeln kennt. Eine Reflexion war nicht erwünscht, stattdessen jagt der moderne schwule Mann den Nestbeschmutzer aus dem Dorf.

    • Cornel

      Gottseidank wurde diese Pseudo-Veranstaltung auf öffentlichen Druck hin beendet, die sich auch aus Steuergeldern finanzierte und letzten Endes auf Kosten anderer nur dazu diente,die persönl. App-Obsessionen eines vorgeblichen “Künstlers” öffentlich zu machen. Dazu kann man nur feststellen: nicht jeder Scheiß im öffentlichen Raum ist auch Kunst und schon erst recht dann nicht,wenn andere ungewollt zu Akteuren gemacht werden.

      Ich finde es schon ziemlich anmaßend, den wohl berechtigten wütenden Protest von Grindr-Usern mit irgendwelchen “religiösen Fundi- oder neo-nazistischen Zirkeln” zu konnotieren. Es erinnert mich vielmehr daran, dass im 3. Reich Schwule gezwungen wurden einen “rosa Winkel” zu tragen, um sie zu brandmarken.

      Und auch der Autor dieses Artikels wolfauftausendplateaus hat eine seltsame Draufsicht auf diese fragwürdige “performance”. Nicht Grindr wird mißbraucht, sondern andere User..und auch wenn es rhethorische Anspielungen gab, dann waren sie eben nicht konkret genug (warum auch nur Anspielungen??). Wer sich selbst schon einmal einer solchen App bediente, der weiß sehr wohl, was fürn Mist da oft genug geredet wird.
      Parker T., dem Opfer (ohne Anführungszeichen!), jetzt Weinerlichkeit vorzuwerfen, bezeugt einen eklatanten Mangel an Sensibilität. Dass Dries bei diesem öffentlichen Diskussionsabend nicht weiter zu Wort kam…WEN sollte DAS verwundern…er hatte schon im Vorfeld genug Bockmist verursacht!

      Davon zu schwadronieren, dass “die angezettelte Revolution ihr Kind (also den vorgeblichen Künstler) fräße” zeugt davon, dass der Autor es anscheinend ebenfalls nicht kapiert hat, warum die Protestierenden so wütend waren. Nicht die Fragestellung ist obsolet..aber sehr wohl die Art und Weise der Inszenierung! Und..als Antwort: vielleicht kämen in dieser Stadt die Institutionen, Kulturschaffenden und die Menschen, die hier leben, eher zusammen, wenn sich die Verantwortlichen solcher “happenings” eines Mindestmaßes an Respekt vor dem Bürger und ihrer Verantwortung erinnerten und nicht als bloßes “Objekt” für öffentlich gemachte Fragestellungen eines App-Getriebenen mißbrauchte.

      Ich bin persönlich sehr enttäuscht vom HAU und es stellt sich die ernste Frage, ob die Direktion dieses Theaters wirklich befähigt ist…wenn schon ein schlichtes Podiumsgespräch laienhafter durchgeführt wird als die Oberammergauer Festspiele!

  2. Patrick Schuckmann

    Der erste gute Artikel zur Sache. Peinlich ist vor allem dieses weinerliche ‘Opfer’ ‘Täter’-Gequatsche. Zumal ich mich frage, wer hier eigentlich zum Opfer wurde. Derjenige, der sich durch ein Kunstprojekt persönlich gekränkt fühlt (jemand hätte ihn ja auf den verfremdeten Bildern erkennen können). Oder der Künstler, der von seinem ‘Opfer’ geschlagen wird und trotz Entschuldigung von allen Seiten attackiert, bedroht, beleidigt und zur Zielscheibe einer beispiellosen virtuellen Hass-Kampagne wird.

  3. Kristina

    Bohr bitte weiter!

  4. Bierko

    Wie hübsch, sich darüber zu echauffieren, dass Verhoeven während der Podiumsdiskussion ‘vorgeführt’ wurde, wenn seine ‘Kunst’ aus .. mmh, was genau bestand? Ah ja, Leute vorführen.
    Die Bilder wurden übrigens erst nach der Attacke verfremdet, nicht von Beginn an.

  5. Marcel Vogel

    “Verhoevens Installation war nicht wasserdicht, teilweise undurchdacht und hat unfreiwillig Menschen verletzen.”

    Die Kritik Verhoeven’s ist berichtigt. Durch den “Shitstorm” und die anschliessenden privaten Diskussionen wurden doch alles erreicht, was der Kuenstler errichen wollte.

    Das Eindrigen in die Privatssphaere und Blossstellen einer Drittperson kann man jedoch nicht verteidigen und es ist anmassend dem “Opfer” sagen zu wollen wie es sich zu fuehlen hat.

    • robertniedermeier

      Wenn reaktionäre Kleingeister das Wording der Progressiven absorbieren, kommt im Prinzip stets Opfer-Mimikry und Hetze bei herum. NPD-Mitglieder fordern Meinungsfreiheit, homophobische Reli-Fundis fühlen sich diskriminiert, Rassisten wähnen sich ausgegrenzt im eigenen Land und ein Parker T., der sonst sehr vieles äußerst gerne tut, um sich öffentlich zu produzieren, der wurde eben “digital vergewaltigt” und öffentlich “bloßgestellt”. Alle haben eins gemeinsam, sie gerieren sich als Opfer, um ihren Hass zu legitimieren. Gays against queer art. Es ist traurig.

      • Erachten Sie also auch NSA und Stasimethoden als verkannte Kunst der Postmoderne? War die DDR etwa allen in Sachen Kunst schon ein Schritt voraus?

  6. Sehr guter Artikel, der aber dummerweise am Grundproblem vorbei geht.
    Private 1:1-Kommunikation wurde ungefragt veröffentlicht. Das verstößt gegen Moral und Gesetz. Ersteres darf Kunst, letzteres nicht.
    Was geschieht als nächstes? Private Telefonate zwischen Ehefrauen und ihren Affären werden angezapft und in ein Stadion voller gehörnter Ehemänner übertragen. Das ganze wird kritisch von klugscheißernden Theater-Machern begleitet. Und vom entrüsteten Publikum verurteilt. Kunst? Vielleicht. Aber nicht sonderlich kreativ.
    Das HAU inszenierte bewusst und gezielt einen Skandal. Frühere Projekte von Verhoeven sind selten klug und kreativ, sie zielen nur auf den kurzen Schock-Moment ab. Das wusste HAU ganz genau. Berlin hat mehr verdient.

  7. Pingback: Privacy Backlash Prompts Cancellation of Berlin Art Project | Nick Socrates

  8. für mich spiegelt das “weinerliche” artist statement zur arbeit, die gleiche “weinerlichkeit” wieder die bei der diskussion auch teilweise aus dem publikum kam. da sind beide seiten auf gleicher höhe. eigentlich eine raffinierte emotionale inszenierung (vom künstler beabsichtigt?), anstatt einer intellektuellen oder fundierten auseinandersetzung eine große “opfer-prozession”. für mich deckt sich hier auch ein fehler im kunstfördersystem auf, wer von was profitiert. für den künstler ist es letztlich eine win-win situation und er folgt damit der strategie früherer arbeiten. mehr öffentlichkeit kann man nicht generieren, und das mit “hilfe” der aufgebrachten gay community. jetzt kurz wegducken und dann die ‘früchte’ einholen. wirklich entäuschend war für mich einzig die haltung und inhaltliche schwäche der HAU leitung, das sollte so einer institution nicht passieren. für mich “note 6, setzen!” würde ich sagen, fast alle beteiligten.

  9. Holger Liedtke

    Danke! Danke! Danke! Danke! Danke!
    Endlich mal eine gründliche, vielschichtige Analyse der Geschehnisse.
    Ich war auch im HAU und mir ging es ähnlich schlecht wie dem Autor
    des Artikels. Selten habe ich mich “für meine Leute” so geschämt.
    Kunst soll offenbar vor allem eines … nicht die eigenen Kreise stören
    und bestenfalls zur Unterhaltung dienen.
    Schade, wirklich sehr schade, dass das Projekt so mangelhaft vorbereitet wurde.
    Vielleicht ersinnt Dries Verhoeven ein neues, wasserfestes und provokatives Projekt
    um diesen Mob vorzuführen. Aber bitte ohne jene unfähigen Kuratoren des HAU.
    Wie kann man nur seinen eigenen Künstler derart im Regen stehen lassen.
    Ich war ziemlich geplättet gestern 🙁

  10. Pingback: Privacy Backlash Prompts Cancellation of Berlin Art Project | Radio Free

  11. “Liebe in Zeiten von Grindr? Man begegnet der Suche nach ihr mit so viel Hass, dass man weiter bohren will.” Das stimmt nicht. Das Kunst-Projekt “Save the Date” Mischa Badasyan momentan beschäftigt sich genau mit dem gleichen, keinesfalls noch nie hinterfragten Thema. Gefühlt ist das doch immer die Frage zumidnest in schwulen Dunstkreisen. Badasyan hat sich aber für Formen in seiner Kunst entschieden, die es zu lassen Annoymität und Interessen von zunächst Unbeteiligten zu schützen, anstatt einfach für das Projekt zu nutzen.
    Desweiteren, vielleicht irre ich mich auch… aber bei “Wanna Play” war es doch nciht Ziel die Missbrauchsmöglihckieten von Grindr aufzuzeigen und Datenschutz zu thematisieren. Grindr wurde missbraucht um einen anderen Punkt deutlich zu machen. Nur weil es Möglichkeiten ein Medium zu missbrauchen schon lange gibt bedeutet das nicht, dass die Person, die es dann macht frei von Verantwortung ist.
    Sicher war die ganze Debatte sehr emotional. Aber Privatsphäre, Sexualität, “Zwangsoutings”… das sind nun mal sehr emotionale Themen. Da war die Umsetzung des Projektes einfach zu undurchdacht und naiv für. Ebenso wie die ach-so-orginelle Fragestellung 😉

  12. Ein sehr guter Beitrag! Danke dafür!

  13. Für mich ist das ganze weniger Kunst, als mehr ein versuchtes mediales Aufklärungsprojekt. Das einzige was der durchführende aufgezeigt hat, ist die Problematik mit dem Umgang neuer digitaler Möglichkeiten in sehr intimen Feldern. Und das hätte man definitiv auf bessere Weise machen können. Wenn er wirklich diese, im Artikel erwähnte, Fragestellung zur liebe hatte, dann hat sein Konzept die Fragestellung komplett verfehlt. Einfach, egal wie man es dreht, nicht gut gemacht und durchdacht. Interessant ist, dass hier Leute sachliche Argumente und einen objektiven Umgang von den betroffenen fordern. Diesen Menschen muss man eine reine emotionale Reaktion zugestehen und diese auch einfach hinnehmen und akzeptieren und nicht noch versuchen ihnen auf irgendeiner intellektuell/ sachlichen Ebene zu kommen. Seine Fragestellung nach der liebe ist auf jeden Fall komplett und von Anfang an Auf Grund des Konzepts gescheitert. Und diesen Vorwurf der schlechten Planung und Durchführung und alles daraus noch resultierende, muss sich der Initiator gefallen und so stehen lassen.

  14. deleuse2

    in der konsequenz kann dieses “projekt” doch nur die folgenden fragen stellen:

    wann werden die fördergelder zurückgezahlt?
    wer legt sein amt nieder?

    http://www.driesverhoeven.com/sites/default/files/uploads/wanna_play-een_reflectie_-_de_def.pdf
    http://www.prosieben.de/tv/galileo/themen/aktionen/247-we-are-watching-you

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