Hals über Kopf: Ein Crush ist ein Crush ist ein Crush

Schonmal beim Feiern gedacht: och ja, von jetzt an geht‘s immer so weiter. Von jetzt an, wir beide. Einfach mal den Moment auf Dauer stellen und so weitermachen. Tut gut, mal den Kopf auszuschalten und sich auf sozialen Synergien treiben zu lassen. Jetzt nicht drüber nachdenken wie es ausgeht: die Reue wäre größer, hätte man es nicht zumindest probiert.

Ob auf platonischer Ebene oder im romantischen Liebestaumel: wir gegen die Welt, spontan und intuitiv, geht in jeder Kombination. Partners in crime, vielleicht für immer, aber definitiv genau jetzt – worauf sonst kommt’s an? Eine kleine Crush-Typologie:

#1 Der Crush-Crush:
Der Urknall der Crushe, sozusagen. Das Hals über Kopf jemanden (im besten Fall einander) toll finden und sofort austesten wollen, was da geht. Alle Verpflichtungen über Board werfen und rein ins Vergnügen, nachdenken kann man hinterher. Triebgesteuert irrational austarieren, ob da mehr ist. Vorsicht nur, denn es könnte auch #2 sein:

#2 Der MDMA-Crush:
Chemisch induziert, mit Augen so weit aufgerissen, dass man jedem in die Seele stolpern kann, verhakt man sich auf MDMA schonmal mit jemandem. Vorsicht ist geboten, weil das Herzklopfen vielleicht weniger der Situation als dem Konsum geschuldet ist. Mit überdrehtem Ruhepuls tanzt man sich die Hacken wund und erzählt sich Lebensgeschichten im Schnelldurchlauf. Ein Schelm, wer denkt, dass das alles nur Fantasie ist: wie bei einem Witz, steckt in jedem MDMA-Crush auch ein Fünkchen Wahrheit, das den Rausch überlebt. Vielleicht war die Idee zusammen Kinder zu kriegen, sofort zu heiraten, für immer zusammen zu sein, ein bisschen übertrieben, aber den Crush nur auf den Rausch zu schieben – das wäre zu einfach.

#3 Der Fag+Hag-Crush:
Wahre Liebe, frei von sexuellen Ambitionen (und wenn nur sublimiert), gibt es zwischen Mann und Frau, Fag und Hag. Wenn die beiden sich zusammen tun, ist kein Abenteuer zu groß, kein Weg zu weit. Lebensgeschichten werden auf dem Toiletten-Boden sitzend ausgetauscht, Boys ausgecheckt, Pläne ausgeheckt und die Grundlage für eine Freundschaft gelegt, die die beiden Power Ranger nie mehr missen möchten. Von außen vielleicht konspirativ übersättigt, von innen aber eine Talkrunde auf höchstem Niveau.

#4 Der Gruppen-Crush:
Es muss nicht immer traute Zweisamkeit sein: wenn der Blitz in der Gruppe einschlägt, ist Hurricane-Dynamik angesagt. So jung kommt man nicht mehr zusammen, also wird alles dafür getan, so viel ins Jetzt zu schaufeln, damit es das Morgen gar nicht mehr geben muss. So schön wie selten, ist der Gruppen-Crush vielleicht der Anfang einer Gang, die synergetische Verschwörung im Wirbelwind.

Egal in welcher Kombination man sich vercrusht, einfach mal soziale Bedenken bei Seite schieben und sich auf der Ebene austoben, die sich im magischen Moment, der den Crush lostritt, auftat, ist vielleicht Stress für den Körper, aber meistens Balsam für die Seele.  Ob in der Party-Bubble oder im sonstigen Leben: nehmt die Crushs wie sie kommen: sie sind selten und wertvoll.

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