Ratgeber: Pleite durch Berlin

Jetzt sitzen wir hier, überqualifiziert und unbelehrbar, vom Selbstverwirklichungsversprechen dazu verführt eine Karriere entlang unserer Talente einzuschlagen und freelancen oder künstlern so vor uns hin. Es gibt sie, die Durstrecken, in denen man entgegen der kohlenhydratreduzierten Diät doch nur noch Pasta isst und die Freizeitaktivitäten unter durch Hartz IV finanzierbares Niveau sinken.

Kein Grund zur Sorge, man kommt auch Pleite durch Berlin! 5 Tipps für ein prekäres Spaßpaket:

# Geh nur noch in Clubs, bei denen du auf der Gästeliste stehen kannst.

Vielleicht kann man seine Feiergewohnheiten jetzt nicht mehr daran ausrichten, worauf man wirklich Lust hat, aber legt nicht immer irgendwer irgendwo auf oder arbeitet nicht jemand, den man kennt, in diesem ranzigen Club? Musik-Snobbismus bei Seite, hauptsache man geht mit Tinnitus nach Hause. Jetzt gibt es auch mal einen guten Grund aufzutauchen und deinen Namen nicht an irgendwelche Freunde zu verhökern.

# Such dir einen Nebenjob.

Damit meine ich jetzt nicht unbedingt sowas wie “arbeite in einer Bar”, auf die Idee kommt man von selbst. Aber es gibt Leute, die Dienstleistungen wünschen, die ihnen wohl kaum jemand erfüllen möchte. Wie wäre es beispielsweise mit jemandem, der dir beim Zahnarzt das Händchen hält und auch noch dafür Geld gibt?

“Ich bewundere es total, wenn Männer tapfer beim Zahnarzt sind. Daher würde ich gerne einen tapferen Typen zum Zahnarzt begleiten. Ich biete 100 € für jede Füllung, die in meinem Beisein ohne Spritze gemacht wird (bei Kronen auch mehr). Bitte melde dich :-)”

Gefunden bei einer einschlägigen schwulen Dating-Website. Wer auch damit die Angst vor dem Arzt nicht überwinden kann oder es weniger intim will, der findet Leute, die gerne für einen Fuffi die Füße massieren. Und und und… Du musst nicht kreativ sein, nur ein bisschen offen.

# Verkaufe IRGENDWAS.

Komm nicht auf die Idee, dein letztes Erspartes bei deinem Dealer zu verhökern und das gewinnbringend weiterverkaufen zu wollen. Am Ende naschst du selbst alles weg oder versäufst deinen Gewinn. Es gibt etliche Facebookgruppen, bei denen sharing is caring angesagt ist. Oder eBay. Oder Flohmärkte. Nichts von dem, was ich jetzt aufzähle, ist eine große Überraschung, ich weiß – ABER: vielleicht eine gute Möglichkeit sich mal von den ganzen Sachen zu trennen, die man anderen, die finanziell am Abgrund standen, noch für 50 Cent stand einem Euro abgeluxt hat.

# Flirte mit allem und jedem

Barkeeper, Leute, die auf dich stehen, alle alle alle. Oder sei einfach ehrlich freundlich. Du musst dich nicht gleich würdelos jedem an den Hals werfen, aber mit einem Lächeln im Gesicht hast du bestimmt einen Shot in der Hand. Hauptsache du hast Spaß dabei.

# Such dir einen Sugardaddy.

Das kann man jetzt wörtlich auslegen oder ein bisschen abstrahieren. Geht auch ein bisschen in die Richtung des letzten Tipps: Es gibt bestimmt jemanden, der dir gerne etwas ausgibt. Bist du pleite, weil du selbst immer großzügig warst? What comes around, goes around. Zähl auf deine Freunde (oder such dir tatsächlich einen Sugardaddy).

Wer Tipps hat, darf sie in den Kommentaren oder auf Facebook teilen. Wer ein bisschen Geld über hat und mir helfen will, den kann ich auf Flattr verweisen oder hier.

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