▲ Noch ‘ne Runde auf Mutti ▲

Koalitionspoker, Sondierungsrunden, Führungstreffen: der Mediensprech nach einer Bundestagswahl ist immer noch ganz agitiert, aber immerhin haben wir jetzt nicht mehr das Gefühl, Einfluss nehmen zu können. Wir sitzen einfach vor den Bildschirmen und legen die Hände in den Schoss (nicht rautenförmig, hoffentlich). Den Dienst an der Demokratie haben wir getan, jetzt ist‘s wieder Zeit für Machtdiskurse da zu rauschen, wo sie hingehören: hinter verschlossenen Türen, während die Medien sich verhalten wie rattige Kinder aus einem Houllebeqc-Roman, die versuchen die Eltern beim Sex zu erwischen.
Die politische Farbpalette ist ohnehin beschränkt und wie in der Mode passt nicht alles zusammen und es dauert noch die ein oder andere Saison bis Schwarz und Grün zusammenpassen.

Zwar ist Mutti nicht so biestig wie Thatcher, aber für einen Hashtag hat‘s doch schon im Wahlkampf gereicht. Als Thatcher starb machte #nowthatcherisdead die Runde (missverständlich, weil man glauben könnte, Cher sei gestorben) und Merkel hat es zumindest geschafft im #Neuland mit ihrem #Schlandkettchen auf Twitter diskutiert zu werden. Die Raute hat sich straight aus dem Wahlkampfbüro heraus auch für alle mit beschränkten Paint-Skills als riesige Spielfläche entpuppt.

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Jetzt macht ein tumblr die Runde, der Merkel den Hipster-Stempel aufdrückt.

tumblr_muodppJ99A1slosj5o1_1280 tumblr_muona6TPLp1slosj5o1_1280 Angela Merkel auf Borkum

Zugebeneraßen: machtkritisch ist anders, aber die ganzen Grafiker machen sich gerade erst warm. Die richtig subversiven Sachen sind noch in der Zwischenablage. Zeit für Optimismus, denn aus popkultureller Sicht kann uns doch nichts besseres passieren als eine konservative Regierung.

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