Meine erste Bundestagswahl

Bildungsnah, Großstädter, Unterschichten-Vorname: die Ausgangslage für meine Einordnung ist verschwommen, aber 2013 gehe ich tatsächlich zum ersten Mal zur Wahl. Ich verlasse das Lager der kessen Nicht-Wähler_innen und – trotz aller Aufrufe – gehe ich zur Wahlurne. Die Angst davor, dass Mutti es nicht nochmal an die Macht schafft, treibt mich zu sehr um. Fünf Gründe, es mir gleich zu tun:

#1: Die aktuelle Bundeskanzlerin trägt den Regenbogen zwar nicht im Herzen, aber den Pantone-Katalog hinter der Raute. Vielleicht tut sie sich ja doch mit den rechten homosexueller in Deutschland gar nicht so schwer. Sie muss sich nur noch ein bisschen aus Karlsruhe bedrängen lassen.

gNei7

#2: Wenn keine Drogen und kein Club mehr kicken, hilft vielleicht nur noch eine richtig fette Dosis Realität. Anstatt Sonntags mal auf einer Liste stehen, andere auf einer Liste abhaken.

#3: Nicht-Wählen ist zu salonfähig geworden.

#4: Nicht jede Stimme, die fehlt, ist eine Stimme für rechts (oder links) und taktisch Wählen ist durch das neue Wahlgesetz noch komplizierter geworden –  also einfach mit der Drittstimme FDP wählen und alles wird gut.

via https://twitter.com/MBL_de/

#5: An unserer beschränkten Realitätswahrnehmung ändert sich nach der Bundestagswahl ohnehin nichts, also können wir auch gleich konservativ wählen. Wer den Kiez nie verlässt, der kann auch für eine Frau stimmen, die mit esoterischer Chakren-Massage feministische Machterahltungsdiskurse in Zeichensprache umsetzt. Prekär lebt es sich auch in Muttis Höhle.

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