shallowww: Prints aus Internet-Marmor

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Shallowww (von Englisch: seicht, um das Internet-„www“ aufgestockt) gibt erst gar nicht vor in die Tiefe gehen zu wollen – und tut es gerade dadurch. Die Ästhetik des Labels bedient sich dem Digitalen. Wiederholungen und Symbole, die nur noch auf sich selbst verweisen. Alles ist rein visuell und ornamental, die Bedeutungen von Zeichen lassen sich nicht auf 2.0 upgraden.

Eine ganze Kollektion mit Marmor-Prints zu machen, zeigt nicht nur, dass das Team von shallowww ein gutes Radar für Trends hat, sondern auch eine fette Portion digitaler Ironie. Internet in Limbo flirtet mit harter Materialität. Herausgekommen sind Sweater, Caps, Jogging-Hosen und mehr aus weicher Baumwolle, deren Ästhetik so besticht, als wären sie tatsächlich aus Marmor gehauen. Die Spannung, die sich im Lookbook „Internet-Souvenirs“ aufbaut, wenn man die stoischen, an der Grenze zur Langeweile stehenden, Models auf ihren Marmor-Sockeln anschaut, ist ein smarter Kniff. In einer Zeit, in der auf der einen Seite das digitale Vergessen und die Überwachung auf der anderen einander zu widersprechen scheinen, ist Marmor-Baumwolle eine gute Rüstung.

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Das Kollektiv aus spanischen und italienischen Designern arbeitet seit 2011 in Madrid zusammen und produziert seine Kollektionen komplett in Europa. Alles ist limitiert und neben den wenigen Stores, (alles andere wäre dämlich) online erhältlich.

Bilder: Lookbook „Internet-Souvenirs“, shallowww

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