Ebbe im Geldbeutel, aber Lust zu saufen? Tragisch. Oh warte, es ist doch Fashion Week!

Eigentlich muss man das Haus gar nicht verlassen, die Berichterstattung verstopft alle digitalen Kanäle. Außerdem ist jede Bahnfahrt zur Zeit ein chronisch overstylter Trip durch ein Land vor unserer modischen Zeit: frisch von der KÖ, jetzt schon in der U2, in Klamotten die hoffentlich nach Berlin aussehen. Bevor man nach Kreuzberg zieht, besser ein bisschen Dreck auf die New Balance-Sneaker schmieren, man will ja nicht unangenehm auffallen.

Die Vice bleibt sich leider mal wieder treu und teilt ordentlich aus. Die Tags sprechen für sich:

BFW, Berlin Fashion Week, Blogger, FOTOS, MODE, fashion, Freaks, Lachhaft, Arme Idioten

Wahrscheinlich finden die Praktikanten, die den Text geschrieben sich jetzt richtig cool und bekommen von den richtigen Redakteuren zur Belohnung mal keine strafenden Blicke. In der Tat, arme Idioten.

Meric Kücük läuft bestimmt auch gerade durch Berlin und steht für alle die internationalen IT-Girls, die sich durch die Stadt koksen. Sie verschwendet ihre Grazie und Schönheit für ein Blog, das ihren Weg in die Magersucht dokumentiert. Nebenbei vermischt sie ihre erlesenen Gedanken über das was sie gerade trägt mit melancholisch-narzisstischen Aussagen über das Leid der Welt, ihrer Welt.

„Here’s to 2012; you made me struggle with lots of things but I’m still alive, you change all those plans I made but I’m still walking that path with heart, you blew my mind but I’m still little miss stubborn, you gave me lots of happiness and I’m still looking for more! Now, its time to take a bow“


http://boepalm.blogspot.de hat es mit Aufzählungen, wahrscheinlich sitzen die Fremdwörter so gut, weil der Deutsch-Leistungskurs noch nicht lange her ist:

„Alles, was uns interessiert, inspiriert, blamiert, schockiert, euphorisiert wird hier zynisch, kritisch, narzisstisch, lyrisch, dramatisch und photographisch proklamiert.“

Mit Sturm, Drang und Stock im Arsch geht es jeden Tag zu den Fashion Shows, die mit gestelzten Kommentaren und schlechten Fotos aufbereitet werden.

Okay, sieht aus als wäre ich nicht besser als die Vice-Praktikanten. 

Aber wenn man es dann doch noch pleite und in Trinklaune auf eine Party schafft, auf der David Guetta-eske Remixe von netten Housetracks gespielt werden, hält man es mit einem Moscow Mule in jeder Hand und anderen Akkreditierungschnorrern aus dem Freundeskreis ganz gut aus.

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