Abschied

Ich weiß noch, wie wir uns zum ersten Mal trafen. Klassenfahrt in Berlin. Du wartest auf mich in der Nähe das Alexanderplatz, an einem versteckten Ort. Bei unserem ersten körperlichen Kontakt wusste ich: wir gehören zusammen. Es war schwer dich zu finden, es gab dich damals kaum in Deutschland. Lang ist‘s her.
Von da an waren wir unzertrennlich, du warst unzerstörbar.
Wir wurden zusammen erwachsen, waren zusammen kindisch und manchmal furchtbar Ernst. Wir reisten um die Welt. Du warst dabei, wenn ich wild rumknutschte, jemanden Aufriss und mich von Ex-Freunden trennte. Es war dir egal, wie ich dich behandelte. Manchmal wusch ich die zulange nicht, weil ich mich ohne dich nicht aus dem Haus traute.Sarah Kuttner sagte mal, du würdest den Penis von Jungs zu sehr zur Geltung bringen. Aber wer hört schon noch auf Sarah Kuttner?

Wir tanzten und feierten wild zusammen, hatten Sex zusammen – du warst immer für mich da. Du verstandest dich mit allen, dir war egal was ich anzog.
Du warst drei Tage mit mir wach und egal wie abgefuckt wir waren: es war immer schön. Manchmal schliefen wir sogar zusammen ein.
Ein Leben ohne dich konnte ich mir nicht vorstellen, auch wenn ich wusste: unsere Beziehung wird nicht ewig dauern können.

Aber du warst robust.
Wenn du ein Loch hattest, versuchte ich dich zu reparieren. Meine Liebe für dich war nie oberflächlich. Wir passten aufeinander auf, schauten zusammen Filme, hielten Händchem mit süßen Jungs, gingen zu Vorstellungsgesprächen. Du warst wie meine zweite Haut. Wenn man dich mir von den Beinen riss, dann nur mit Happy End.
Du gabst mir Selbstbewusstsein, du muntertest mich auf, mit dir machte alles Spaß. Manchmal versuchte ich es mit anderen, aber niemals war es so wie mit dir.

Ich werde dich vermissen, schwarze Röhrenjeans.

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